Vernichtung von Kampfmitteln vor Ort

Unsere Meeresböden und Küsten sind voll von Kampfmittelaltlasten der letzten beiden Weltkriege. Nicht explodierte Bomben, Minen, Granaten oder Giftstoffbehälter, wie z.B. Fässer mit Senfgas, die vor Helgoland vor sich hin modern und zu unkontrollierbaren, tickenden Zeitbomben werden. Salzwasser, Strömungen, Gezeiten und wirtschaftliche Meeresnutzung wirken seit Jahrzehnten auf die Behältnisse und Bauteile ein, was sie zu äußerst fragilen Gebilden werden lässt.

 

Werden alte Kampfmittel im Zuge von Bauarbeiten oder Bodenuntersuchungen ausfindig gemacht, findet zuerst eine eingehende Untersuchung statt, bei der ermittelt wird, ob der Zustand eine Bergung zulässt oder eine Vernichtung vor Ort nicht zu vermeiden ist.

Sollte sich ergeben, dass eine Bergung und anschließende Vernichtung in sicherer Umgebung zu gefährlich ist, muss die Risikoquelle vor Ort und unter kontrollierten Bedingungen vernichtet werden, um zukünftige Schäden zu vermeiden. Jeder Fund bedarf dabei einer individuellen Strategie, bei der wir selbstverständlich die Sicherheit in den Fokus stellen. Das bedeutet für uns auch, die Sicherheit für die beheimateten Meeresbewohner so gut wie möglich zu gewährleisten. Das Herbeiführen einer Explosion ist zwar häufig nicht vermeidbar, mit speziellen Techniken – wie z. B. dem Auslegen eines Blasenschleiers als undurchdringbare Barriere für Fische und Meeressäuger – bemühen wir uns jedoch, die Auswirkungen der Sprengung auf die Meeresbewohner auf ein Minimum zu reduzieren.